ALBA - weiße Schatten
Ein Kooperationsprojekt der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen und des Culture Service Center
 

In einer Justizvollzugsanstalt wird nicht nur real, sondern auch der Redewendung gemäß tagtäglich viel „schmutzige Wäsche gewaschen“. Der Resozialisierungsprozess kann im übertragenen Sinne auch mit dem Ausbleichen von „Flecken“ auf nicht mehr „weißen Westen“ in Verbindung gebracht werden.

 

Während in der Öffentlichkeit verbreitet die Vorstellung herrscht, in einer JVA gehe man mehr mit dunklen Schattenseiten des Lebens um, wird deutlich werden, dass Resozialisierungsarbeit klärt und aufhellt. Umgekehrt wird auch sichtbar, dass unter jeder innerhalb und außerhalb der JVA getragenen weißen Weste schwarze Flecke zu finden sind. Insoweit wird das Projekt bestehende Vorbehalte irritieren.

Aloys Cremers nutzt diese Irritation und bearbeitet alte, benutzte Stoffe mit Inhaftierten der JVA Gelsenkirchen mittels Farben und anderen Materialien, um diese dann anschließend der Bleichkraft des Sonnenlichtes und der reinigenden Kraft des Regens auszusetzen. Diese endlose Bahn gebleichter Fleckenwesten wird im Sommer im Rahmen des Projektes „Schattenkultur“ als begehbares Labyrinth im Alten Hafthaus Moers präsentiert und gelebte Schatten für die Besucher erfahrbar machen.