Wieder Sinn in widersinnige Bildung
Ein Projekt des Culture-Service-Center

Die Idee, die Ausstellung "Wieder Sinn" in Kombination mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wieder Sinn in widersinnige Bildung“ zu konzipieren, ist entstanden, da viele im Bildungseinrichtungen tätige mit Aufgaben und Problemen konfrontiert werden, deren Lösung den einzelnen oft überfordert. Individuelle Förderung scheint, obwohl in den Richtlinien gefordert, im deutschen Schulsystem schwer realisierbar oder vielleicht auch gar nicht gewollt zu sein? Veränderungen, verbal gefordert, werden durch das System blockiert. Einzelne mutige Schulleiter versuchen eigene, neue Wege zu gehen, mit Erfolg. Sie unterrichten mit Lehrerteams, verzichten auf einen starren Stundenplan zu Gunsten eines projektorientierten Unterrichts, machen die Reflexion über das eigene Unterrichten zur Pflicht und setzen die Notengebung bis Klasse neun aus. Studien ergaben, dass gerade die Schüler der Schulen, die eigene Wege gehen, besonders gut abgeschnitten haben. So reifte der Plan, alle Interessierten und Betroffenen einzuladen, um gemeinsam "meisterlich Lösungen zu spinnen", Ideen und Gedanken auszutauschen und Mut zu machen, initiativ gemeinsam zu handeln.
Den Einstieg in die Diskussion bietet eine Szene, in der drei "Meister" zum Teil sehr konträre Positionen vertreten. Die Gespräche der "Meister" werden begleitet von Texten, die den biografischen Hintergrund und die Schwerpunkte des Arbeitens der Akteure erläutern. Wie wichtig der schöpferische Eigen – Sinn, das emotionale Erleben, das fantasievolle Spiel und die Kommunikation für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind, stellt der Vortrag "Warum Huckleberry Finn kein Ritalin brauchte" von Dr. Schiffer heraus. Inspiriert durch diesen Vortrag entstanden die "Bruegel – Bilder", die einzelne Szenen des Bildes "Kinderspiele" von Pieter Bruegel d.Ä. thematisieren und so auch zu der szenischen Darbietung in einer besonderen Beziehung stehen.
Die Bedeutung kommunikativer Aspekte des Lebens thematisiert der zweite Teil der Ausstellung. Es werden Situationen festgehalten, in denen kommuniziert wird, es werden aber auch die Folgen nicht dargestellter, aber assoziativ erfahrbarer kommunikativer Begebenheiten gezeigt. Im Interesse einer lebendigen zukünftigen Gesellschaft ist es uns wichtig, auf wirtschaftliche und kulturelle Zusammenhänge aufmerksam zu machen, an deren Gestaltung und Veränderung jeder angesprochen ist, durch seine "eigen – sinnigen" Ideen"meisterlich mit zu spinnen".
(Mechthild Frölich - Kuratorin)